Bericht “Café & Cosmos” (Verfasser Dr. Karl März)

Der Physiker Dr. Maximilian Fabricius vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik erläuterte heute, Donnerstag, 19.09.13, HETDEX, das Hobby Eberley Telescope Dark Energy Experiment, im Café und Kosmos. Durch das Messen des mittleren Abstandes zwischen den weit entfernten Galaxien lässt sich die räumliche Verteilung bestimmen und untersuchen, wie schnell sich das Universum ausdehnt. Auch der Einfluss der dunklen Energie, der Ursache dieser Ausdehnung, soll damit über das Messen der Geschwindigkeit und der Dichte der Materie in großer Entfernung weiter geklärt werden. Die Hubble-Konstante, für die gegenwärtig der Wert 73 km/Mparsec genannt wird, soll dabei präzisiert werden, auch eine Bestätigung des Alters des Universums und der Raumkrümmung wird erwartet. Es wird angenommen, dass die Beschleunigung der Expansion des Universums in der Hälfte des jetzigen Weltalters begonnen hat. Diese Beschleunigung ist durch weniger weit entfernte Supernova-Emissionen entdeckt worden (Nobelpreis für Physik 2011). Eine der allgemeinen Expansion entgegengesetzte Annähnerung, etwa unserer Milchstraße und der Andromeda-Galaxie, sind bei der allgemeinen Expansion nur lokale Nebeneffekte. Heutzutage entstehen keine neuen Galaxien mehr; durch die Ausdehnung nimmt die Dichte des Universums ab.

HETDEX wird am Teleskop des McDonald Observatoriums in Texas (sobald der gegenwärtige Umbau des 9200 cm-Spiegels abgeschlossen sein wird) nach weit entfernten Lyman-alpha-Galaxien suchen, die sich wegen ihrer speziellen Strahlung (Linien ursprünglich, vor dem Doppler-Effekt im UV) auch noch über große Entfernungen beobachten lassen. Mit wachsender Entfernung werden die Objekte sehr rasch dunkler: die Anforderungen an die Messeinrichtugen (Spektrometer) sind sehr hoch. Besonders ein Rausch-Hintergrund, zu dem neben anderen Quellen auch die 3.2K-Hintergrundstrahlung beiträgt, begrenzt die Messungen. Doch scheint die Anisotropie dieser Hintergrundstrahlung auch gewisse Rückschlüsse auf die Verteilung weit entfernter Galaxien zu ermöglichen.

Die Lyman-alpha-Galaxien sind dadurch gekennzeichnet, dass in ihnen zahlreiche neue Sterne entstehen. Dabei wird eine intensive Spektrallinie im Ultravioletten ausgestrahlt, die durch den Dopplereffekt ins Sichtbare verschoben wird, soweit, dass sie auch am Erdboden noch gemessen werden kann (ultraviolettes Licht könnte die Atmosphäre nicht passieren).

Am HETDEX-Teleskop sind 150 Spektrographen montiert (im Primärfokus), die einen Himmelsbereich von 420 Quadratgrad gleichzeitig vermessen. Der sphärische 9200 cm Spiegel ist aus 96 Teilspiegeln zusammengesetzt und nur azimutal drehbar. Das Teleskop steht im McDonald-Observatorium auf dem Mount Folkes in Texas, USA (in geographischer Breite von ca. 30° N). Nach Abschluss des Umbaus wird damit gerechet, dass damit etwa 8000 Lyman-alpha-Galaxien vermessen werden können. Die Winkelauflösung liegt bei 1″, die spektrale Auflösung bei 800 Farb-Kanälen. Zum Ausgleich sphärischer Fehler des Spiegels gibt es Zusatzoptiken im Primärfokus. Damit wird drei Jahre lang beobachtet in all der Zeit von dunklen Nächten (Nächten ohne Mond am Himmel).

Sidewalk Astronomie am Schrannenplatz, 26.07.2013

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Nach dem großen Erfolg am 12.07.2013 und dem anhaltend guten astronomischen Wetter (keine Wolken) haben wir uns im Juni ein weiteres Mal mit den Teleskopen am Schrannenplatz getroffen. Es stand erneut Saturn, Albireo und M57 und später noch der Mond auf dem Programm. Nicht zuletzt durch den Beginn des Sinnflut Festivals war der Andrang wieder groß und das Publikum sehr interessiert. Wie schon so oft waren die Teleskop Neulinge unter den Zuschauern angetan von der Sichtbarkeit der Ringe und den Farben von Albireo. Schnell wurde auch diskutiert ob der blaue Stern wirklich blau oder eher leicht grün sei …

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Sidewalk Astronomie am Schrannenplatz, 12.07.2013

Aufbau Teleskope

Aufbau Teleskope

Vier Newton-Teleskope mit einem Hauptspiegel zwischen 6 Zoll und 12 Zoll sowie ein Achromat mit 6 Zoll standen am Abend des 12.07.2013 zur Verfügung, um ca. 150 interessierten Spaziergängern am Schrannenplatz die Ringe des Saturn und den schönsten Doppelstern der nördlichen Hemisphäre, Albireo, zu zeigen. Geübte Augen konnten auch den Ringnebel M57 erahnen. Die häufigste Frage des Abends war: “Gibt es heute etwas Besonderes zu sehen?” Nun, eigentlich nicht – außer, dass es wolkenlos war. In diesem Sommer ist das schon etwas Besonderes!

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Bericht über den Vortrag von Herrn Dr. Andreas Müller.

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(Vortragbeschreibung hier. Bericht erfasst von Herrn Dr. Karl März)

Ich komme eben zurück vom Vortrag von Herrn Dr. Andreas Müller. Es waren interessante 1 1/2 Stunden, in denen neue Erkenntnisse der Kosmologie und Kosmogonie vorgetragen wurden. Zuhörer waren zirka 100 – 150 da, Teilnehmer-Fragen am Ende 10 bis 20. Einen großen Raum in den Ausführungen des Vortragenden nahm die kosmische Hintergrundstrahlung von 2,73 Kelvin ein und dabei auch ihre zwar geringe, aber bedeutsame Intensitätsverteilung in den Richtungen des Raums.

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Eine Familie von Astronomen ist geboren!

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Nach wochenlanger Überlegungen über das zu kaufende Teleskop und viel harter Arbeit um die optimalen Instrumente zu besorgen, sowie die idealen Wetterbedingungen zu treffen, ist es der Familie Heynck, mit Michael als Spitzenreiter, Manfred und Vater als “Beisitzer”, gelungen, sehr schöne Bilder unseres Himmel zu produzieren. Ja, der Komet PAN-STARRS ist dabei! Aber auch Der Orionnebel und 3 schöne Galaxien (m51,81 und 82)
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Vortragsreihe über Planeten

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Im Rahmen des Arbeitskreis Astronomie in Zusammenarbeit mit der VHS Erding hat Werner Wehrum die zahlreichen Anwesenden am 16.01.2013 mit einem multimedial beeindruckenden und inhaltlich ausgezeichneten Vortrag über das Planetensystem begeistert. Leider hat die Zeit nicht gereicht, um den ganzen Stoff zu präsentieren, aber wir freuen uns auf die Fortsetzung am nächsten Arbeitskreis-Termin! Danke Werner!

Jupiter und Orion-Nebel

Die klare Nacht und die nicht zu frostigen Temperaturen (3 Grad …) wollte ich in der Vor-Silvesternacht nutzen, um mein neues 9 mm Planetary Okular im Feld (bzw. im Garten) zu testen. So hatte ich denn mein 6”/900mm Newton bis 19:30 Uhr im Garten einsatzbereit, als ein Nachbar incl. Tochter dazukam, um rechtzeitig vor Aufgang des Fast-noch-Vollmond einen Blick auf den Orion-Nebel zu werfen. Grund genug für meinen Astronomen-Nachwuchs, sich ebenfalls in die Kälte zu wagen.

Da dies das erste Mal war, dass ich mit meinem Teleskop den Orion-Nebel bewundern durfte (hatte das Ding erst in diesem Sommer erstanden) war ich schon gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht! Entgegen dem üblichen Fettfleck-Aussehen von Nebeln ließ sich mit indirektem Sehen die Struktur schon bei 30-facher Vergrößerung im Weitwinkelokular deutlich wahrnehmen. Der Nachbar fand es “cool” (er meinte damit hoffentlich nicht die Temperatur).

Jupiter stand fast im Stier und strahlte bei 100-facher Vergrößerung sehr hell, die vier Monde schön aufgereiht. Zwei parallele Wolkenbänder waren mühelos auszumachen. Die Kinder sahen nur einen hellen Punkt und zogen es vor, in der Dunkelheit Fangen zu spielen.

Zum Schluß noch ein langer Blick auf die Plejaden, fast im Zenit (wieder “cool”).

Nach über einer Stunde wurde es dann doch kalt an den Fingern, und so war ich nach der Abbauphase wieder froh, im Warmen zu sein.

Die Kinder spielten noch länger Fangen …

Sidewalk Astronomie auf dem Schrannenplatz in Erding

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Wir bauen unsere Teleskope auf öffentlichen Plätzen auf und geben jedem die Möglichkeit, Objekte des Nachthimmels mit eigenen Augen zu beobachten.